Der junge Niederländer Yvo Staudt hatte nie vor, eine eigene mechanische Uhr zu bauen – viel lieber wollte er ein großer Akkordeon-Spieler werden. Sein ganzes Leben stand im Dienste dieses ungewöhnlichen Instruments. Während des Studiums an einem Konservatorium in Italien erlebte Yvo jedoch eine Lebenskrise. Seine Motivation, Akkordeon zu spielen, wich dem generellen Wunsch, der Beste zu sein. „Ich wollte einfach nur der Beste sein. Aber: ‚Der Beste sein‘ steht immer in Bezug zu jemand anderem. Mein Instrument dagegen war immer ein Spiegel meiner selbst. Die Situation war unhaltbar.“

Um seine Denkart zu ändern, ließ er sich mit einem alten Schwarm ein. Yvo begann, sich für die wunderbare Welt der mechanischen Uhren zu interessieren. Er las darüber, begann zu entwerfen, zerlegte alte Uhrwerke und baute sie wieder zusammen. Schritt für Schritt entwickelte er seine eigene Vision, wie die perfekte Uhr aussehen müsse. Drei Anforderungen musste sie erfüllen: ein blaues Zifferblatt, höchste Qualität und dezentes Understatement. Als der junge Musiker seine perfekte Uhr nirgends finden konnte, blieb ihm nur eine Möglichkeit: „Dann werde ich es selbst tun“.

Nach monatelanger Entwicklungsarbeit war die erste Uhr ein Volltreffer! Zurück in den Niederlanden, sorgte Yvos Kreation bei einer Uhrenveranstaltung in Amsterdam für Aufsehen. Die Menschen waren begeistert und fragten, ob er noch weitere Exemplare herstellen könne. Also begann Yvo, geschmeichelt von diesen Fragen, mit der Entwicklung eines ersten Produktionsmodells. Schließlich stellte er der Welt im Oktober 2014 die erste Staudt Praeludium Hand Wound vor. Insgesamt hat Yvo 45 Exemplare dieses Modells in seinem eigenen Atelier gefertigt. Dieser erste Zeitmesser ist der Beginn eines internationalen unternehmerischen Abenteuers, bei dem Yvo seine beiden großen Leidenschaften miteinander verbinden kann: Akkordeon spielen und mechanische Uhren entwickeln.